Ev. Gymnasium Werther

Comenius II

1. Reihe v.l.n.r.: Mona Metclafe (IRL), Mary Carroll (IRL), Krzysztof Świątek (PL), Petra Varga (H), Mag. phil. Doris Hochedlinger (A), Andreas Berger (D), Frithjof Meißner (D)
2. Reihe v.l.n.r.: Geert Aerts (B), Ulrike Schilling (D), Barbara Erdmeier (D), Dr. Jörg Meya (D), Lonny Allard (B), Dr. Hilda Merkl-Körösiné (H), Mag. phil. Walter Jahn (A)  ⇒ ⇒ ⇒  Weitere Bilder in der Fotogalerie!

Vorbereitendes Treffen am EGW
mit 14 Lehrern aus 6 Ländern

Bei einem Arbeitswochenende mit Lehrerinnen und Lehrern des EGW und aus dem europäischen Ausland wurde ein neues COMENIUS-Projekt auf den Weg gebracht. Neben den intensiven und fruchtbaren Arbeitsphasen, die den größten Teil des Programms ausmachten, bekamen die Gäste auch touristische Highlights zu sehen und erlebten westfälische Gastfreundschaft im allerbesten Sinne.

Das Wochenende vom 13. bis 16. November 2008 stand an unserer Schule ganz im Zeichen von COMENIUS, dem schulischen Teilbereich des "Programms für Lebenslanges Lernen" der Europäischen Union. COMENIUS fördert gemeinsame internationale Projekte von Schulen aus den Mitgliedsländern der EU mit finanziellen Mitteln. Solche Projekte waren früher auf drei Jahre angelegt, nach einer grundlegenden Novelle von COMENIUS laufen sie nunmehr jedoch nur noch über zwei Jahre. Damit und durch eine Vereinfachung der Antragsstellung und des Abrechnungsmodus erhofft man sich, mehr Schulen als bisher dazu zu bringen, die gesamte Projektdauer "durchzuhalten".

Nach den sehr positiven Erfahrungen, die wir in den Jahren 2004 bis 2007 mit unserem ersten COMENIUS-Projekt zum Thema "Fliegen – eine europäische Geschichte" gemacht hatten, lud das EGW zu einem vorbereitenden Treffen für ein neues Projekt nach Werther ein. Neben den "alten Bekannten" aus Belgien, Irland, Polen und Ungarn (Slowenien konnte zwar nicht zum Vortreffen kommen, wird aber beim Projekt dabei sein) verstärkten der Schulleiter und eine Kollegin des Sigmund Freud Gymnasiums Wien (ja, der Besagte war Schüler der Schule und bestand dort eine hervorragende Matura) die Gruppe. Alle Beteiligten werden sich jedoch bemühen, bis zum Zeitpunkt der Antragstellung im Februar noch weitere neue Schulen ins Boot zu holen.


Dokumente:


Das Vortreffen verlief nicht nur sehr harmonisch, sondern war in den Arbeitsphasen auch äußerst effektiv und ergebnisorientiert, denn wir konnten alle wichtigen Eckpunkte eines neuen möglichen Projekts festklopfen:

Beim ersten COMENIUS-Projekt "Fliegen" hatte der Koordinator der internationalen Kontakte des EGW, Frithjof Meißner, die Koordination inne. Auch die Initiative zum Vortreffen in Werther ging von unserer Schule aus und wurde vom EGW ausgerichtet und organisiert. Unsere Koordinatorentätigkeit endet damit allerdings vorerst, denn Geert Aerts vom Sint Romboutscollege aus Mechelen (Belgien) erklärte sich freundlicher Weise bereit dazu, die Koordination des neuen Projekts zu übernehmen. Wir haben ihm dabei jedoch unsere volle Unterstützung zugesagt.

Da nicht alle Teilnehmer(innen) Deutsch oder Englisch sprechen, war die Beschränkung auf eine der beiden Sprachen als Projektsprache nicht möglich. Daher wurde vereinbart, dass auch dieses Mal wieder – wie schon beim ersten Projekt – diese beiden Sprachen gleichberechtigte Projektsprachen sind und alle Dokumente, Mails, Vereinbarungen und Arbeitspapiere in beiden Sprachen vorliegen müssen. Geert Aerts und Frithjof Meißner werden als offizielle Übersetzer fungieren.

Die Teilnehmer(innen) waren sich sehr schnell und ausnahmslos einig, dass der Themenvorschlag von Frithjof Meißner "Wasser – mehr als nur H2O" angenommen werden sollte, doch eine endgültige Formulierung des Themas mit Titel und Untertitel, die auch vor den gestrengen Augen der COMENIUS-Kommission Bestand hat, war dann schon etwas schwieriger zu finden. Schließlich einigte mach sich, auch eingedenk der ins Auge gefassten Sachgebietseingrenzung, auf "Wasser – mehr als nur H2O. Kulturelle und technische Zugänge" als offizielle Formulierung des Projektthemas.

Da es schon zahlreiche COMENIUS-Projekte zum Thema "Wasser" gibt, wollten wir es wegen der mangelnden Erfolgsaussichten bei der Bewerbung um Fördermittel der EU nicht riskieren, in dieselbe Richtung wie der Mammutanteil der vorhandenen Projekte zu zielen, nämlich auf die gängigen Umweltaspekte wie z.B. Wasserverschmutzung, Wasserknappheit, Klimawandel etc. Wir einigten uns darauf, einen völlig neuen Weg zu gehen, zu dem nach unserem Kenntnisstand im Rahmen von COMENIUS bislang noch nicht gearbeitet wurde, und stellten die technologischen, dabei vor allem die technologisch-regionalen Aspekte des Themas auf der einen und seine kulturelle Dimension auf der anderen Seite – quasi als gegensätzliche und gleichzeitig doch einigende Pole – in den Mittelpunkt unseres "Wasserprojekts".

Da COMENIUS-Projekte der zweiten Generation nach Vorgabe der EU grundsätzlich fächer- und jahrgangsübergreifend ausgelegt und unter der Beteiligung möglichst vieler Lehrer(innen) und Schüler(innen) einer Schule in den normalen Schulalltag eingebunden sein sollten, besteht dieses Mal die Möglichkeit, COMENIUS-Themen – über die weiterhin bestehende Anbindung der Projektarbeit an die Differenzierung in der Mittelstufe hinaus – auch in anderen Jahrgängen und Fächern in den normalen curricularen Unterricht einzubinden.

Einen wichtigen Stellenwert bei einem COMENIUS-Projekt nehmen die so genannten Mobilitäten ein, also die Reisen von Schüler(inne)n und Lehrer(inne)n aller beteiligten Schulen zu einem Projektpartner ins Ausland. Was sich schon bei unserem ersten COMENIUS-Projekt als sehr vorteilhaft erwies, soll beibehalten werden: Pro Jahr soll es zwei Treffen geben, das erste im Herbst, bei dem die Lehrkräfte die Projektgestaltung für das ganze Jahr planen und das Abschlusstreffen vorbereiten, und das zweite in der zweiten Schuljahreshälfte, bei dem die Schüler(innen) im Mittelpunkt stehen. Zwar konnte jetzt noch keine endgültige Regelung getroffen werden, da bis zur Antragstellung durchaus noch weitere Schulen einsteigen können, doch wurde vorläufig eine grundsätzliche Einigung über die folgenden Treffen erzielt:

1. Treffen:

"Auf zu den Kelten"

Monaghan (IRL)
Oktober 2009

Arbeitstreffen
Lehrkräfte
(4 Tage)

2. Treffen:

"Die Donau entlang"

Wien (A)
Donauschifffahrt
Budapest (H)
Frühjahr 2010

Projekttreffen
Lehrkräfte u. Schüler
(5 Tage)

3. Treffen:

"Vom Karst zum Meer"

Maribor (SLO)
Herbst 2010

Arbeitstreffen
Lehrkräfte
(4 Tage)

4. Treffen:

"Schönes Masuren"

Ostróda (PL)
Frühjahr 2011

Abschlusstreffen
Lehrkräfte u. Schüler
(4 Tage)

Weitere Mobilitäten zwischen einzelnen Partnern sind je nach Budgetlage möglich und müssen im Einzelfall abgesprochen werden.


Am Ende jedes COMENIUS-Projekts sind konkret fassbare Ergebnisse vorzulegen, die die Projektarbeit dokumentieren. Daher besprachen wir schon beim Vortreffen, welche so genannten Endprodukte wir dieses Mal vorsehen sollten und gelangten sehr schnell zu einer Einigung darüber, dass neben der obligatorischen Website mit der Gesamtdokumentation des Projekts in Texten und Fotogalerien eine Meditations-DVD einschließlich Booklet zum Thema "Wasser" und ein Kalender 2011 zum Thema "Wasser" erstellt werden sollen. Alle Endprodukte sollen jeweils ein "Starring" aller am Projekt beteiligten Personen enthalten.

Darüber hinaus ist geplant, beim Abschlusstreffen in Ostróda eine Ausstellung (z.B. mit technischen Modellen, Kunstobjekten, Gedichten…) zu zeigen, mehrere multinationale Wettbewerbe durchzuführen, Lesungen zu veranstalten und Theaterstücke, Tanz- und/oder musikalische Werke aufzuführen.

Wie Sie sehen, haben wir gemeinsam mit den ausländischen Gästen am Wochenende des Vortreffens ein großes Stück Planungsarbeit bewältigt, doch sollten unsere Kolleginnen und Kollegen aus dem europäischen Ausland nicht nur den zum Tagungsort umfunktionierten Musikraum des EGW zu Gesicht bekommen, sondern auch Eindrücke von unserer Schule und der Stadt Werther sammeln können. Daher gab es zum Auftakt des Treffens am Freitagvormittag eine ausführliche Schulführung mit der Gelegenheit zu Gesprächen mit Schüler(inne)n und Lehrer(inne)n des EGW. Daran schloss sich eine Pressekonferenz an. Der Nachmittag war der Projektberatung vorbehalten, die Barbara Becker mit einem wahrhaft "zündenden" Wasserexperiment einläutete. Am Abend hatte Frau Erdmeier zu einem Arbeitsessen in ihr Heim eingeladen, dass alle Beteiligten nicht nur wegen der guten westfälischen Speisen, sondern auch wegen des harmonischen Beisammenseins sichtlich genossen.

Der Samstagvormittag stand ganz im Zeichen Peter August Böckstiegels und der heimischen bäuerlichen Kultur. Klaudia Meya verzauberte die Gäste mit einer kompetenten und sehr persönlichen Führung durch das Böckstiegel-Haus in Werther-Arrode und Heinrich Heining öffnete Deele und Wohnstube seines wunderbaren westfälischen Stammhofes, der nur einige Meter vom roten Künstlerhaus entfernt liegt für unsere Besucher, die er stilecht in Holzschuhen begrüßte. Während seiner sehr informativen und authentischen Führung konnte er immer wieder den Bogen zum Arroder Künstler schlagen, der auf dem Hofe Heining ein oft gesehener Gast war. Der Nachmittag war wiederum mit der Planungsarbeit am Projekt ausgefüllt.

Das Vortreffen klang am Samstagabend bei einem zwanglosen Treffen im Hause von Jörg und Klaudia Meya aus. Man unterhielt sich angeregt in allen Sprachen und in bester freundschaftlicher Atmosphäre und blickte – auch ein wenig von Stolz erfüllt – auf das große Pensum, das die Tagung geschafft hatte, zurück, bevor die Gäste dann im Laufe des folgenden Sonntags wieder die Heimreise antraten, im Gepäck den Auftrag, unser neues COMENIUS-Projekt nun an den eigenen Schulen zu etablieren.

Zum Schluss sei noch einmal allen Beteiligten am COMENIUS-Wochenende auf das Herzlichste gedankt. Alles hat reibungslos geklappt, nicht zuletzt auch aufgrund der Bereitschaft, sich weit über die normale Arbeitszeit hinaus für den Erfolg unserer Schule einzubringen. Stellvertretend für die oben noch nicht namentlich erwähnte Helferschar sei hier besonders Frau Wäger genannt, die die Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer wie eine Mutter umsorgte und so sehr zum guten Gelingen des COMENIUS-Vortreffens beitrug.

Hoffen wir, dass nach diesem gelungenen Start in das neue COMENIUS-Unternehmen des EGW auch die entsprechenden Genehmigungen von offizieller Seite erteilt werden, und freuen wir uns auf eine erfolgreiche und fruchtbare Arbeit im neuen Projekt, verbunden mit viel Spaß und schönen Unterrichtsmomenten für die Schüler(innen) und Lehrer(innen) unserer Schule.

Nachtrag I: Leider wurde dieses erfolgversprechende Projekt nicht genehmigt. Dafür waren in erster Linie weder die Qualität unserer Projektidee noch die unseres Antrags, sondern fehlende Mittel bei einigen der avisierten Partner verantwortlich. Schade. Aber wir ruhen natürlich nicht und nach der vorgeschriebenen Pause von einem Jahr wird es einen neuen Projektantrag geben.

Nachtrag II: Wir haben einen neuen Anlauf gewagt ...und gewonnen! Ab Herbst des Jahres 2010 nehmen wir gemeinsam mit unseren Freunden aus Belgien, Irland, Polen und Slowenien wieder an einem Comenius-Projekt teil. Neuerdings sind diese Projekte immer auf zwei Jahre angelegt. Der Titel lautet diese Mal "Der Weltraum und wir – Eine Reise zu den Planeten", ein sehr interessantes Thema, wie wir finden. Lesen Sie alles Weitere dazu auf unserer Comenius-III-Seite.



Kleine Fotogalerie

Schauen Sie sich hier einige Schnappschüsse an, die während des COMENIUS-Wochenendes entstanden. Die Fotos sind – wie immer – auf Klick vergrößerbar:



































































Dr. Jörg Meya kredenzt hier für seine Gäste getreu einer althergebrachten Sitte in Westfalen...
...den "Schlürschluck".