Das so genannte BIOTechnikum ist ein Sattelzug, der durch NRW tourt und an Schulen, Universitäten und anderen Bildungseinrichtungen Station macht, um den Lernenden unter dem Motto "Leben erforschen – Zukunft gestalten" einen Einblick in die Bio-Technologie zu bieten. Im Monat März war der Truck an der Universität Bielefeld zu Gast und durch einen besonderen Glücksfall hatten sogar zwei Biologie-Kurse des EGW Gelegenheit, diese besondere Form des Lernens zu erfahren.
Am 04.03.2009 besuchte Ingrid Rath-Arnold (Rt) mit ihrem Biologie-Kurs der Jahrgangsstufe 11 das mobile Labor auf dem Gelände der Universität Bielefeld. Die Schüler(innen) experimentierten zum Thema "Enzyme". Zum einen wurden Enzyme in Waschmitteln getestet. Dabei verglichen sie ein Wollwaschmittel, das bekanntlicher Weise keine Enzyme enthalten darf, da sich sonst die Wolle zersetzt, mit einem Vollwaschmittel, das entsprechende Enzyme enthält. Zum anderen optimierten die Schüler(innen) ein Enzym zur Herstellung von Käse, d.h. sie ermittelten den optimalen Temperatur- und pH-Bereich und fanden notwendige zusätzliche Substanzen – so genannte Cosubstrate – heraus. Die Schüler(innen) waren wirklich begeistert von diesem besonderen Angebot, da sie einerseits ein solch modernes Equipment in einem Truck nicht erwartet hatten und andererseits die Themen sehr alltagsnah waren, was ja gerade für Lernende, die sich ansonsten nicht überschwänglich für Biologie interessieren, einen besonderen Motivationskick bedeutet. Das Ganze wurde als besonderes Ereignis auch gefilmt und in der "Aktuellen Stunde" ausgestrahlt.
Zwei Tage später, am 6. März 2009, nutzten die Schüler(innen) des Leistungskurses Biologie der Jahrgangsstufe 12 von Annegret Fallner-Ahrens (Fa) das rollende Labor und hatten hier die Gelegenheit, erste praktische Untersuchungen in der Molekulargenetik zu unternehmen. Dabei isolierten sie die DNA von Bakterien (Escherichia coli) und "zerschnitten" sie mithilfe von Restriktionsenzymen in kleinere Abschnitte. Verfahren wie die Polymerase-Kettenreaktion (PCR) und die anschließende Gelelektrophorese wurden von den Mitgliedern des Leistungskurses unter Anleitung von Dr. Nolde sicher durchgeführt und erfolgreich ausgewertet. Durch die inhaltliche Anbindung an aktuelle Forschungsvorhaben konnte die doch sonst nur theoretisch vermittelbare molekulare Genetik mit Leben und Anschaulichkeit gefüllt werden. Des Weiteren bietet ein solches eintägiges Praktikum einen guten Einblick in das Berufsleben verschiedener Sparten [BTA, Biologe/-in, Biochemiker(in), Saatgutveredler(in) usw.] und macht Appetit auf mehr.
Die Tour des BIOTechnikums war eine einmalige Aktion des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie des Landes Nordrhein-Westfalen. Eine regelmäßige Einrichtung dieses Angebots für die Lernenden in unserem Land würden wir uns aber durchaus wünschen. Allerdings nehmen alle Biologie-Kurse des EGW jährlich an einem molekulargenetischen Praktikum in der Universität Bielefeld teil, um die Methoden dieser Disziplin, die in der Schule unmöglich zu bewerkstelligen sind, in natura kennen zu lernen.