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Auftakt zum Entrepreneurship-Kooperationsprojekt mit der Hochschule Bielefeld

Am Morgen des 23. Januar wirkte der Hörsaal B3 der Hochschule Bielefeld (HSBI) ungewöhnlich jung. Wo sonst Studierende lernen, nahmen insgesamt über 70 Zehntklässler*innen Platz, so auch die Schüler*innen des Wahlpflichtkurses "Wirtschaft" vom EGW.

Die Kickoff-Vorlesung im Hörsaal bildete den Auftakt zu einem mehrwöchigen Entrepreneurship-Projekt im Wahlpflichtfach Wirtschaft, das Unternehmergeist früh wecken und das Thema Gründung für die Schüler*innen praxisnah erfahrbar machen soll. Hierzu kooperiert das EGW mit dem Center for Entrepreneurship (CFE) der HSBI, welches mit Wissen und Praxiserfahrung unterstützt.

Seit dem Schuljahr 2021/2022 können Gymnasien in Nordrhein-Westfalen das Fach Wirtschaft als Wahlpflichtangebot in der Jahrgangsstufe 10 anbieten, so auch das EGW. Einer der inhaltlichen Schwerpunkte dabei ist die Unternehmensgründung, auch als Entrepreneurship bezeichnet.

Initiiert wurde die Zusammenarbeit vom CFE, der hochschulübergreifende Anlaufstelle für Gründungsinteressierten der HSBI. „Wir unterstützen in allen Phasen der Unternehmensgründung, von der ersten Idee über die Vermittlung in Förderprogramme bis zur tatsächlichen Gründung“, erklärt Prof. Dr. Tim Kampe, der das CFE gemeinsam mit Prof. Dr. Ingo Ballschmieter, übrigens einem ehemaligien EGW-Schüler, leitet. Über 120 Gründungsteams hat das CFE in den vergangenen Jahren betreut. In Workshops und regelmäßigen Coachings werden die Gründenden umfassend auf den Unternehmeralltag vorbereitet und individuell zu allen ökonomischen, rechtlichen und persönlichen Fragen beraten.

Diese Expertise gab es für die Schüler*innen zum Kickoff im Schnelldurchlauf: Kampe und Ballschmieter stellten in ihrer Vorlesung das Einmaleins des Gründens vor: Von verschiedenen Gründungsformen über Chancen und Risiken bis zum „Mindset“, das Gründer*innen brauchen. In Diskussionsrunden und bei kleinen Aufgaben konnten die Schüler:innen das Gelernte direkt ausprobieren.

Über zwei Monate lang entwickeln die Jugendlichen nun im Wirtschaftskurs eigene Geschäftsideen, arbeiten an Geschäftsmodellen und bereiten ihre Pitch-Präsentationen vor -- „wie bei der Höhle der Löwen“, so die Anweisung. Begleitet werden sie von ihrem Lehrer, Christian Möllenbrock und unterstützt durch Materialien, die das CFE eigens für das Projekt entwickelt hat. Den Abschluss bildet dann erneut eine Veranstaltung in der HSBI im Frühjahr, bei der die Schüler*innen ihre Ideen vor einer Jury aus Mitarbeiter*innen des CFE, Gründer*innen und Lehrkräften präsentieren.

Sabine Koch, Schulleiterin am Gymnasium Werther: „Wir haben uns sehr auf dieses Projekt gefreut. Die Zusammenarbeit kann für unsere Schüler*innen eine ganz andere Lernerfahrung bieten, weil wir mit der Hochschule neben der Praxiserfahrung ein neues Setting und einen außerschulischen Lernort haben.“

Auch aus Sicht des CFE liegt der Mehrwert dieser Kooperation auf der Hand. Prof. Dr. Ingo Ballschmieter: „Je eher wir in der Bildungslaufbahn ansetzen, um Unternehmensgründungen zu fördern, desto besser! Das Wahlpflichtfach Wirtschaft mit dem Schwerpunkt Unternehmensgründung bietet die Möglichkeit, bereits auf dem Gymnasium unternehmerisches Denken und Handeln zu vermitteln.

Und wer weiß, vielleicht begleitet das CFE in ein paar Jahren die Schülerinnen und Schüler bei einer tatsächlichen Gründung?“ Der Grundstein dafür ist mit der neuen Kooperation auf jeden Fall gelegt.

 

Mit freundlicher Genehmigung nach: "Kooperation mit Gymnasien - Schüler*innen lernen Entrepreneurship", Pressemitteilung der HSBI (she).
Fotos: HSBI