Lernen lernen

ELA – Was ist das denn?!

Eine der originellsten Antworten eines Fünftklässlers lautete „Elastisches Lernen!“. Auch wenn dieser spontane Ausruf keine hundertprozentige Auflösung der Kürzel bedeutet, ist die Aussage im Kern zutreffend. ELA steht für Eigenverantwortliches Lernen und Arbeiten, was im Prinzip sowohl im Hinblick auf das Lernverhalten sowie auf die Materialien eine gewisse Flexibilität (also auch Elastizität) bedingt.

Gemäß unseres Selbstverständnisses im Schulprogramm bietet das EGW all seinen Schülerinnen und Schülern vielfältige Lernchancen; sie erkennen dabei eigene Stärken und Schwächen und nutzen diese für die individuelle Entwicklung realistischer Wege. Jeder, der Kinder beobachtet, wird schon einmal festgestellt haben, dass weder das Lerntempo noch die Interessen bei allen Schülern eines Jahrgangs gleich sind. Darüber hinaus bestehen allein in einer Alterskohorte Entwicklungsunterschiede von bis zu vier Jahren. Dementsprechend sinnvoll ist es, zumindest in manchen Bereichen des Unterrichts Angebote zur Verfügung zu stellen, die ein gewisses Maß an selbstgesteuertem Lernen ermöglichen, um dieser Heterogenität angemessen zu begegnen.

Im Hinblick auf die Aufgaben unserer Schule, gymnasiale Kompetenzen zu sichern und individualisiertes Lernen zu ermöglichen, bieten Lernzeiten besondere Chancen: Zum einen Defizite auszugleichen, mehr Zeit zum Üben und zur Vertiefung zu haben, und zum anderen bieten sie Raum, in den Themen, die den Lernenden am Herzen liegen, sich zu Experten zu entwickeln (Fördern und Fordern). Dabei werden Elemente des „Lernenlernens“ erprobt und vertieft.

Langfristiges Ziel war und ist es, von gelenkten „Lernzeiten“ zu „freien Lernzeiten“ im Sinne der Projekt- bzw. Portfolioarbeit zu befähigen. Mit Beginn des zweiten Halbjahres in J5 können die Schülerinnen und Schüler jeweils zwei Stunden in der Woche im Sinne des neuen Konzepts arbeiten. So kann z.B. Mona intensiv an einer mathematischen Aufgabe für die Flächenberechnung knobeln, während gleichzeitig Andreas und Marvin damit beschäftigt sind, die Merkmale von Märchen zu üben.

In diesem Sinne hat sich die Schulkonferenz zum Ende des Schuljahres 2016/17 bzw. 2017/18 dafür ausgesprochen, in J5 bzw. J6 ab dem zweiten Halbjahr die sogenannten „Lernzeiten“ (= ELA) einzuführen. Das Konzept befindet sich in der Erprobungsphase und wird ausgehend von den Bedürfnissen und Erfahrungen der Lernenden und Lehrenden Jahr für Jahr weiterentwickelt. Zurzeit sieht es wie folgt aus:

In J5 sind die Lernzeiten hauptsächlich „Kartenkurse“; das heißt, in den drei Kernfächern Mathe, Deutsch, Englisch gibt es laminierte Arbeitsblätter in drei Anforderungsniveaus inklusive Lösung (zurzeit etwa 2700), die selbstständig erarbeitet und auf Richtigkeit überprüft werden können.

Besonders leistungsstarke Schülerinnen und Schüler (nominiert in den Pädagogischen Konferenzen des zweiten Halbjahres) haben die Möglichkeit, in den Kernfächern zu ausgesuchten Themengebieten ein Portfolio zu erstellen, nachdem sie eine kurze Schulung zu diesem Format durchlaufen haben. Die Portfolios werden den Mitschülern in der letzten Schulwoche in Kurzvorträgen vorgestellt.

In J6 sollen alle Lernenden ein Portfolio in einem der Kernfächer D, M, E erstellen können. Die Arbeit innerhalb der im Halbjahr zur Verfügung stehenden 17 Wochen (Wochen ohne Feiertagsunterbrechungen) ist so organisiert, dass die „Karten-/Portfolioarbeit“ im Verhältnis 1:2 angelegt ist und die Phasen im stetigen Wechsel stattfinden. Neu ist die Erweiterung der „Kartenarbeit“ um die Beteiligung der Fächer Latein und Französisch. Auch in der J6 sind die letzten zwei Schulwochen dafür reserviert, die Portfolios im Klassenverband zu präsentieren. Wir freuen uns schon darauf.

Mit der Rückkehr zu G9 werden wir die „Lernzeiten“ zunehmend in den Regelunterricht integrieren und das bisherige Konzept entsprechend weiterentwickeln.

(Sabine Dieckmann, Mariethres Vens-Bahrke)

Stand 12/2018

Lernbüro

Das Lernbüro des EGW befindet sich in D1 und wird, durch einen Belegungsplan geregelt, von verschiedenen begabungsfördernden Projekten benutzt. Hierzu zählen z.B. die Schülerpaten, Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Forder- Förderprojekte, die Medienscouts. Ebenfalls kann das Beratungsbüro für Beratungsgespräche belegt werden sowie für "Drehtür- Projekte" einzelner Schülerinnen und Schüler in bestimmten Fächern. So ist es denkbar, dass ein Schüler, der über besondere Fähigkeiten z.B. im Fach Mathematik verfügt, nicht nur im klasseninternen Helferprinzip eingesetzt wird, sondern die Zeit, die er den anderen jeweils voraus ist, ein mit dem Fachlehrer abgestimmtes Thema in diesem Büro eigenständig bearbeitet.

Der Raum bietet neben einer Gesprächsecke auch Regale, die mit Medien, Büchern und Materialien ausgestattet sind. Laptops mit entsprechender Schullizenz sowie Drucker stehen in der Arbeitsecke den Lernenden zur Verfügung.

Geplant ist die Kooperation mit der städtischen Bibliothek und ortsansässigen Buchhandlungen, um das Angebot der Lektüren und Sachbücher für die unteren Klassen der J 5 und 6 durch monatlich wechselnde Bücherkisten abwechslungsreicher zu gestalten.

Dementsprechend werden die Sitzecke und das Bücherregal hinsichtlich der Lagerkapazitäten umgestaltet.